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Guten Tag

 

Das neue Jahr startet mit positiven Nachrichten. Private Equity lebt! Finanzinvestoren haben in Europa im vergangenen Jahr so viele Deals in so großem Umfang eingetütet wie niemals zuvor. Die Pumpe des Private-Equity-Kreislaufsystems funktioniert also wieder und der revitalisierte M&A-Markt dürfte sicherlich auch den Puls der Private-Credit-Manager senken, die mit ihren Akquisitionskrediten am Tropf von Private Equity hängen. 

 

Gänzlich über den Berg ist die Beteiligungsbranche nach drei sehr herausfordernden Jahren damit aber noch nicht. Ja, das Rekordjahr 2025 sendet ein wichtiges Lebenszeichen. Private-Equity-Manager haben nachgewiesen, dass sie wieder Geld ausgeben können. Jetzt müssen sie zeigen, dass sie auch gut verkaufen können und müssen 2026 bei den Exits nachlegen. 

 

Unsere Themen heute: 

  • Rekordjahr für Private Equity in Europa (Story der Woche)

  • Die Search-Fund-Strategie von Pina Capital (Podcast)
  • Neues von Bridgepoint, Mutares und PAI Partners (Weitere News)

Wir wünschen viel Gewinn beim Lesen!

Ihr Philipp Habdank

 

DIE STORY DER WOCHE

Private Equity durchschlägt gordischen Knoten

Wer es mit Private Equity hält, der kann nach drei kritischen Jahren erleichtert aufatmen. Der Patient lebt und es geht ihm besser als je zuvor. Denn 2025 ist es der europäischen Private-Equity-Branche endlich gelungen, dem dahinsiechenden M&A-Markt neues Leben einzuhauchen. Mit 8.878 abgeschlossenen Transaktionen im Gesamtwert von rund 650 Mrd. Euro verbuchte die Branche dem Datenanbieter Pitchbook zufolge das beste Jahr aller Zeiten – und toppte damit sogar leicht die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2021. Das wiederum könnte den gestörten Private-Equity-Kreislauf wieder in Schwung bringen.

 

Die im Sommer 2022 eingeleitete Zinswende hatte im Markt für große Verunsicherung gesorgt. Käufer und Verkäufer lagen bei ihren Einschätzungen zu Unternehmenswerten über Kreuz. Deals fanden in der Folge nicht statt oder wurden verschoben. Das wiederum führte zu weniger Exits, wodurch Private-Equity-Manager ihren Investoren weniger Gewinne ausschütten konnten, die Investoren jedoch benötigt hätten, um in neue Private-Equity-Fonds zu reinvestieren. Die Folge: Das Fundraising ist seit 2021 rückläufig.

 

Private Equity durchbricht Teufelskreis

Die Private-Equity-Branche befand sich über mehrere Jahre in einem Teufelskreis, der 2025 endlich durchbrochen wurde. Private-Equity-Manager fassten wieder Vertrauen, akzeptierten das neue Marktumfeld und durchschlugen den gordischen Knoten. Sie wagten sich wieder an größere Deals, auch in Deutschland. Zu einer Bewertung von rund 10 Mrd. Euro übernahm Capvest den Generikahersteller Stada von Bain und Cinven. Für rund 7,7 Mrd. Euro übernahm Carlyle die BASF-Lacksparte Coatings.

 

Das sind zweifelsohne positive Zeichen, die der M&A-Markt 2025 gesendet hat, und sie machen Mut für das laufende Jahr. Doch alles gut, ist damit freilich noch lange nicht. Private-Equity-Manager haben im vergangenen Jahr zwar nachgewiesen, dass sie das ihnen anvertraute Kapital – für das die Manager fürstliche Verwaltungsgebühren einstreichen – zum Arbeiten bringen können. Doch allein damit haben sie das Vertrauen ihrer Investoren noch nicht komplett zurückgewonnen. Dazu müssen Private-Equity-Manager dieses Jahr auch bei den Exits liefern und ihren Investoren Rückflüsse und gute Renditen ermöglichen.

 

Fundraising weiter unter Druck

Hier fiel die Erholung im vergangenen Jahr noch nicht so gut aus, wie Zahlen von Pitchbook zeigen. Die Anzahl erfolgreicher Exits beziffert der Datenanbieter 2025 in Europa mit 1.737. Das sind zwar in etwa genauso viele Exits, wie im bisherigen Rekordjahr 2021 stattfanden. Doch beim Volumen hinkt die Branche noch stark hinterher. Die Differenz liegt Ende 2025 immer noch bei knapp 30%. Die logische Folge daraus ist, dass das Private-Equity-Fundraising im vergangenen Jahr weiter rückläufig war. Laut Pitchbook waren in Europa lediglich 124 Fundraising-Prozesse erfolgreich. Das aggregierte Fondsvolumen von rund 81 Mrd. Euro markierte den niedrigsten Stand seit 2015. Ein klares Zeichen für die Zurückhaltung der Investoren.

 

Der Auftrag für 2026 ist damit klar: Private-Equity-Manager müssen echte Exits nachweisen. Entweder durch Verkäufe an Strategen oder Finanzinvestoren oder über Börsengänge. Notlösungen der vergangenen Jahre, wie das Verschieben von Portfoliounternehmen in sogenannte Continuation Fonds oder in andere Fonds, haben in einem ausgetrockneten Markt zwar ein gewisses Maß an Mindestliquidität möglich gemacht. Doch nachhaltig werden diese Fake-Exits den Private-Equity-Kreislauf nicht am Laufen halten. Die Private-Equity-Branche hat 2025 ein fulminantes Comeback gefeiert, doch ohne mehr echte Exits im Jahr 2026 bleibt der Boom ein statistisches Trugbild.

 

DIE NEWS DER WOCHE

 +++ Der Private-Equity-Investor Bridgepoint will die Mehrheit an dem Beratungshaus Interpath übernehmen, das seit 2025 auch in Deutschland aktiv ist. HIG Capital steht damit nach rund fünf Jahren vor dem Exit. Der Investor hatte im Frühjahr 2021 das Restrukturierungsgeschäft von KPMG in Großbritannien übernommen und soll dafür 380 Mill. Pfund bezahlt haben. Heute soll Interpath 800 Mill. Pfund wert sein. (zum Artikel) +++

 +++ Der Turnaround-Investor Mutares hat seine größte Übernahme vereinbart. Die Kunststoffsparte des saudi-arabischen Chemiekonzerns Sabic kommt auf einen Jahresumsatz von 2,5 Mrd. Dollar. Mit der Sparte ETP (Engineering Thermoplastics) von Sabic schafft Mutares zudem ein fünftes Geschäftssegment Chemicals & Materials. (zum Artikel) +++

 +++ PAI Partners möchte im deutschsprachigen Raum in die Top 3 unter den Private-Equity-Investoren aufsteigen, kündigt Partner Andreas Kumeth im Gespräch mit der Börsen-Zeitung an. Aktuell ist PAI in der DACH-Region in sechs Firmen investiert, was in etwa ein Fünftel der Fondsvolumina ausmacht. (zum Artikel) +++

 

 +++ Edmond de Rothschild Asset Management baut sein Private-Markets-Geschäft aus. Wie der französische Vermögensverwalter mitteilt, übernimmt Anne-Laurence Roucher ab sofort die gruppenweite Leitung für das Geschäft mit Privatmarktanlagen. Die Leitungsposition werde neu geschaffen, um einen ambitionierten Strategieplan für die Private Markets zu entwickeln. (zum Artikel) +++

 +++ Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) hat ein gerichtliches Verfahren eingeleitet, um seine Verluste von mehr als 1 Mrd. Euro gegen Berater, frühere Verantwortliche und auch gegen das Land Berlin geltend zu machen. Der Pensionsfonds beantragte beim Kammergericht in Berlin, das Landgericht II der Hauptstadt als zuständig zu erklären für eine Feststellungsklage, die sich gegen zwölf Parteien richten soll. In dem Schriftsatz, der Bloomberg News vorliegt, listen die Anwälte des VZB unter anderem die Apobank in Düsseldorf und die Hamburger Niederlassung von Forvis Mazars als Gegner auf. (Bloomberg News) +++

 

DER BEYOND BILLIONS PODCAST

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Search Funds für alle: Das Pina-Capital-Modell

Search Funds gelten als eines der spannendsten, aber bislang am schwersten zugänglichen Investmentmodelle in Deutschland. Dabei trifft das Konzept auf einen riesigen Markt: Tausende profitable Mittelständler suchen in den kommenden Jahren eine Nachfolge. Genau hier setzt Pina Capital an. 

 

Die Investmentfirma will Search Funds aus der Nische holen: „Wir haben jetzt einen institutionalisierten Fonds aufgesetzt, wo wir Gelder von dritten Investoren einsammeln und die dann den Searchern zur Verfügung stellen“, erklärt Mitgründer und General Partner Antonius von Salis im Podcast. Das Kapital finanziert sowohl die Suchphase als auch später die Übernahme der Unternehmen. Für Investoren entfällt damit ein zentraler Nachteil des Modells: die extreme Kleinteiligkeit.

 

„Es ist vergleichbar mit Small-Cap-Private-Equity – nur eben etwas neu gedacht. Wir starten mit dem Nachfolgeunternehmer.“ Dieser sucht eigenständig nach einem passenden Unternehmen, baut Vertrauen zum Verkäufer auf und fokussiert sich auf Branchen und Regionen, in denen er selbst langfristig Verantwortung übernehmen will. So entstehen Zugänge zu den „versteckten Perlen des Mittelstands“.

 

Angesprochen werden vor allem Family Offices und Unternehmer. Der Fonds ist als geschlossener Fonds mit zehnjähriger Laufzeit strukturiert und orientiert sich am klassischen Private-Equity-Modell. Historisch habe die Assetklasse ein „hoch attraktives Risiko-Rendite-Profil“ gezeigt – bei geringen Ausfallraten, vernünftigen Bewertungen und viel operativer Wertschöpfung. Mehr dazu in der aktuellen Folge von Beyond-Billions. 

 

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