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Private Markets Newsletter

Guten Tag

 

welche Gefahr geht von dem rasant gewachsenen Private-Credit-Markt für die Stabilität des globalen Finanzsystems aus? Ganz ehrlich: wir wissen es nicht – und wagen die These, dass es der Politik, Finanzaufsicht und vermutlich sogar der Private-Credit-Branche selbst nicht arg viel anders gehen wird. Der Finanzstabilitätsrat hat das Problem diese Woche auf den Punkt gebracht. Es fehlen schlicht die nötigen Daten und eine einheitliche Definition von “Private Credit”, um wirklich verstehen und beurteilen zu können, wie groß oder klein die systemischen Risiken heute sind. 


Die ursprüngliche Reinform von Private Credit ist sicher nicht das Problem. Welches große systemische Risiko soll bitte von einem geschlossenen Fonds ausgehen, der mit ein paar Millionen oder Milliarden an institutionellen Geldern gespeist ist und Kredite an Unternehmen vergibt? Waren die Kredite in der Rückschau zu riskant, fallen sie aus, ein paar Investoren verlieren Geld und der Private-Credit-Manager bekommt Probleme im Fundraising. Verglichen mit einer vielfach gehebelten Bankbilanz ist dieses Risiko für das globale Finanzsystem überschaubar. 


Das Problem ist nur, dass Private Credit über die Jahre zu viel mehr geworden ist. Die Assetmanager mischen am CLO-Markt mit, nehmen Banken über SRT-Deals Ausfallrisiken ab, kooperieren mit Banken im Bereich Asset-based-Finance und werben in den USA über BDCs und in Europa über ELTIFs vehement auch um Retail-Gelder. Hinzu kommt, dass große Private-Market-Assetmanger wie Apollo auch Versicherungsgesellschaften besitzen, die dann wiederum in Private-Credit-Fonds investieren. Banken stellen Private-Credit-Anbietern Kreditlinien zur Verfügung, kooperieren mit ihnen im Assetmanagement, kurz: Die Verflechtungen mit dem globalen Finanzsystem werden immer komplexer und vielschichtiger. 

 

Unsere Themen heute:

  • Finanzstabilitätsrat kämpft mit Intransparenz von Private Credit (Story der Woche)
  • Das Private-Credit-Exposure der Banken (Grafik der Woche)
  • Ex-Equistone-Partner gründen neue Private-Equity-Gesellschaft (Köpfe der Woche)
  • Private Equity und Industrie: wieder vereint nach der SaaSpokalypse? (Podcast)
  • Neues von Baker Tilly, Apollo und Siemens Healthineers (Weitere News)

Wir wünschen viel Gewinn beim Lesen!

Ihr Philipp Habdank

 

DIE STORY DER WOCHE

Finanzstabilitätsrat kämpft mit Intransparenz von Private Credit

Die Debatte über wachsende Risiken im Private-Credit-Sektor und deren möglichen Einfluss auf die Stabilität des globalen Finanzsystems ruft den Finanzstabilitätsrat auf den Plan. „Wir läuten nicht die Alarmglocken“, sagt FSB-Generalsekretär John Schindler und mahnt gleichzeitig: „Auch wenn wir derzeit keine akuten Risiken in einzelnen Regionen oder Segmenten sehen, brauchen wir klarere Definitionen und bessere Daten.“ Vor allem würden die Aufsichtsbehörden mehr Transparenz über die Verflechtungen zwischen Private Credit, Assetmanagern, Banken und Versicherern benötigen, um besser zu verstehen, wie sich Risiken verteilen und in Stressphasen übertragen könnten.

 

Wesentliches Problem im Private-Credit-Sektor ist der Mangel an Daten. „Es gibt keine harmonisierte globale Definition von Private Credit, was die Bewertung und den Vergleich der Märkte über verschiedene Rechtsräume hinweg erschwert“, so Schindler. Zudem fehle es den Behörden an granularen Daten auf Fonds- und Kreditebene, und die bestehenden Melderahmen seien häufig fragmentiert. Was Schindler und den Finanzstabilitätsrat besonders umtreibt, ist die zunehmende Verflechtung von Private-Credit-Anbietern mit weiteren Akteuren des globalen Finanzsystems. (zum vollständigen Artikel) 

 

DIE GRAFIK DER WOCHE

Das Private-Credit-Exposure der Banken

banken und private credit grafik

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DIE NEWS DER WOCHE

 +++ ICG, CVC und Bregal gehen bei Baker Tilly wohl leer aus. Nach Informationen der Börsen-Zeitung hatten sich die drei Private-Equity-Gesellschaften für eine Übernahme des Wirtschaftsprüfers interessiert. Dieser wolle jedoch eigenständig bleiben, wie Baker Tilly diese Woche mit der Vorlage der Jahreszahlen mitteilte. (zum Artikel) +++

 +++ Deutlich größere Chancen als bei Baker Tilly könnten Private-Equity-Investoren hingegen beim Labordiagnostik-Geschäft von Siemens Healthineers haben. Laut Medienberichten sollen Blackstone, CVC und KKR an einem Deal arbeiten, der die Sparte mit 6 Mrd. Euro bewerten würde. Aber auch ein Börsengang der Sparte wird noch geprüft. (zum Artikel) +++

 +++ Blackstone und andere Kreditgeber wollen laut Bloomberg das Softwareunternehmen Medallia im Rahmen einer Restrukturierung übernehmen und mindestens 100 Mill. Dollar frisches Kapital bereitstellen. Ein Großteil der 2,8 Mrd. Dollar Schulden soll in Eigenkapital umgewandelt werden, wodurch die bisherigen Eigentümer um Thoma Bravo ihre rund 5 Mrd. Dollar Investment faktisch verlieren würden. Hintergrund sind hohe Schulden, schwaches Wachstum und starker Wettbewerbsdruck, obwohl Medallia operativ weiterhin profitabel ist. +++

 +++ Auf seinen letzten Metern als Vonovia-Chef fädelte Rolf Buch einen milliardenschweren Deal mit Apollo ein. Im Podcast „Beyond Billions“ erklärt Buch, warum sich der Private-Equity-Investor mit einer einstelligen Eigenkapitalrendite zufrieden geben kann und warum das Modell in Deutschland Schule machen könnte, um das mit 500 Mrd. Euro veranschlagte Sondervermögen der Bundesregierung für Infrastrukturinvestitionen zu hebeln. (zum Artikel) +++

 +++ Der Finanzinvestor Apollo hat einem Bloomberg-Bericht zufolge 6,5 Mrd. Dollar für seinen dritten Hybridfonds eingeworben, dessen Investments in der Kapitalstruktur zwischen Eigen- und Fremdkapital sitzen. Das verwaltete Vermögen von Apollo insgesamt stieg nach Rekordzuflüssen im ersten Quartal auf über 1 Bill. Dollar. Parallel kündigte Apollo an, künftig tägliche Preisbewertungen für sämtliche Investment-Grade-Unternehmensanleihen, Direktkredite und Asset-Backed-Finance-Anlagen bereitzustellen, um mehr Transparenz in die Kreditmärkte zu bringen. +++

 +++ Der Werbevermarkter Ströer steht Kreisen zufolge vor einem Übernahmeangebot. Die US-Investmentfirmen I Squared und Blackstone bereiteten eine Offerte im mittleren 40-Euro-Bereich je Aktie vor, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ströer werde bei der Offerte mit rund 2,5 Mrd. Euro bewertet. +++

 

DIE KÖPFE DER WOCHE

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Maximilian Göppert und Leander Heyken

Die beiden ehemaligen Equistone-Partner Maximilian Göppert und Leander Heyken haben ein neues Projekt: Nextgen Equity Partners. Ein neuer Finanzinvestor aus München, der diese Woche offiziell an den Start gegangen ist und in Mittelständler aus dem deutschsprachigen Raum investiert, die jährlich zwischen 10 und 100 Mill. Euro umsetzen. 

Vorzugsweise investiert Nextgen in Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche. Mit dieser Strategie will Nextgen nach Informationen der Börsen-Zeitung in den kommenden Jahren einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag investieren. 

 

Dritter Gründungspartner ist Amon Göppert, der im Gegensatz zu seinem Bruder nicht aus der klassischen Private-Equity-Szene kommt, sondern aus der Wissenschaft und aktuell als Chief Engineer noch im Werkzeugmaschinenlabor WZL an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH) arbeitet. Künftig wird er sich aber Vollzeit auf Nextgen Equity Partners konzentrieren und soll eine wichtige Rolle bei der operativen Wertsteigerung der Investments spielen.  

 

Für die Themen KI und Value Creation ist Alexander Rien zuständig, der von der zur italienischen Unicredit-Gruppe gehörenden Hypovereinsbank kommt. Komplettiert wird das Team von Gerald Weitbrecht, der für die Themen M&A und Business Development verantwortlich ist und viele Jahre für HKCM gearbeitet hat, einen Anbieter von Finanzmarkt-Analysen.

 

Göppert und Heyken hatten zuvor viele Jahre für den pan-europäischen Private-Equity-Investor Equistone gearbeitet, diesen jedoch Ende 2024 verlassen – zusammen mit vielen weiteren Investmentprofessionals aus dem Münchener Team. Verschiedenen Medienberichten zufolge war es damals zwischen den unterschiedlichen Länderteams von Equistone zu Spannungen gekommen. Inzwischen gibt es von Equistone mehrere Spin-offs in London und Frankreich, die von Partnern geführt werden. Nextgen Equity Partners hingegen hat mit Equistone nichts mehr zu tun. 

 

DER BEYOND BILLIONS PODCAST

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Mit Giovanna Maag (Altors)

Früher war jeder zweite Private-Equity-Deal in Deutschland Maschinenbau oder Automotive. Heute dominieren Software und Business Services. Giovanna Maag, Partnerin beim skandinavischen PE-Investor Altor, erklärt, warum ihr Haus nicht nur keine Scheu vor schwerer Industrie hat, sondern in Schweden sogar in ein Stahlwerk investiert – und wie Physical AI die Renaissance der Industrieinvestments einleiten könnte. 

Unsere Themen im Podcast:

  • Hat Private Equity die klassische Industrie aufgegeben – oder gehen die Deals nur im boomenden Software-Dealflow unter?
  • Lässt sich mit mühsamen Industriedeals genauso viel Rendite erzielen wie mit schnell skalierenden Softwarefirmen?
  • Wird Physical AI die Renaissance der Old-School-Industrie einläuten – und wie kann Private Equity davon profitieren?

Um all das und noch mehr geht es in der aktuellen Ausgabe von Beyond Billions – jetzt überall dort verfügbar, wo es Podcasts gibt. Folgen Sie dem Podcast jetzt bei Spotify und abonnieren Sie die „Glocke“, um künftig keine Folge mehr zu verpassen. 

 

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