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Guten Tag

 

Private Credit lebt – während die Welt über die Flucht von Privatanlegern aus der Anlageklasse und die Gefahren von Kreditfonds debattiert, sammeln diese fröhlich frische Gelder ein. Diese Woche verkündeten mit Eurazeo aus Frankreich, sowie PGIM und heute Barings aus den USA gleich drei Manager den Start neuer Fonds, bzw. den Abschluss milliardenschwerer Fundraisings. Mit Fuels Capital kommt zudem ein neuer Private-Credit-Anbieter aus Schweden nach Deutschland. 

 

Eurazeo warb 5,5 Mrd. Euro ein, Barings sogar 19 Mrd. Dollar und PGIM plant einen Evergreenfonds ohne feste Laufzeit und Zielvolumen, der vermögende Privatpersonen anspricht, bzw. deren Intermediäre wie Family Offices oder Banken. Eurazeo sammelte bei dieser Investorengruppe rund 1 Mrd. Euro ein. 

 

Nach den zahlreichen Hiobsbotschaften aus den USA sind das gute Nachrichten für die Branche. Auch wenn das Wachstum bei Privatanlegern möglicherweise doch nicht so groß ausfällt wie erhofft und an der Börse die Aktionäre von gelisteten Assetmanagern verstimmt, zeigen die jüngsten Fundraising-Erfolge doch, dass Investoren weiterhin Interesse an Private Credit haben – zumindest die Institutionellen. 

 

Unsere Themen heute: 

  • Private Credit lebt (Story der Woche)
  • Die größten deutschen Private-Equity-Deals (Grafik der Woche)
  • Gabriella Sahlmann gründet Fuels Capital (Kopf der Woche)
  • Wie schafft man es an die Spitze eines 200-Milliarden-Assetmanagers, Herr Schmitz? (Podcast)
  • Neues zu Triton, Partners Group und Advent (Weitere News)

Wir wünschen viel Gewinn beim Lesen!

Ihr Philipp Habdank

 

DIE STORY DER WOCHE

Private-Credit-Branche sendet Lebenszeichen

Der französische Finanzinvestor Eurazeo hat für seinen neuen Kreditfonds „Eurazeo Private Debt VII" Kapitalzusagen in Höhe von 3,9 Mrd. Euro eingesammelt – mehr als ursprünglich geplant. Das Kapital soll direkt an mittelständische Unternehmen in Europa vergeben werden. Rund 65% sind bereits in 70 Unternehmen investiert. Neben institutionellen Investoren beteiligten sich auch vermögende Privatpersonen mit knapp 1 Mrd. Euro. Eurazeo verwaltete Ende 2025 konzernweit 39 Mrd. Euro, wovon etwa 29% auf Private-Credit-Aktivitäten entfallen.


Das Fundraising fällt in eine Phase erheblicher Turbulenzen im US-amerikanischen Private-Credit-Markt. Pleiten wie die des Autozulieferers First Brands und des Autokreditanbieters Tricolor sowie Zweifel an Krediten für durch KI bedrohte Softwarefirmen haben das Vertrauen erschüttert. Anleger zogen allein im ersten Quartal rund 20 Mrd. Dollar aus sogenannten Business Development Companies ab, was Anbieter wie Blue Owl, Blackstone, Blackrock und KKR dazu zwang, Rücknahmen zu deckeln. Europäisch ausgerichtete Fonds profitierten dagegen: Laut S&P Global stieg das Private-Credit-Fundraising in Europa 2025 auf fast 70 Mrd. Dollar – ein Plus von rund 29% gegenüber 2024.


Dennoch drängen neue Anbieter in den Markt. PGIM, der Vermögensverwaltungsarm von Prudential Financial, legt einen Evergreen-Kreditfonds für semi-professionelle Anleger ab 25.000 Dollar Mindestinvestition auf – mit Fokus auf Unternehmen ohne Private-Equity-Beteiligung, stabilen Branchen und einem Ziel-Ebitda zwischen 10 und 75 Mio. Dollar. Auch Barings meldete den erfolgreichen Abschluss einer Kapitalrunde von über 19 Mrd. Dollar für seine globale Direct-Lending-Strategie, in deren Rahmen bereits über 18 Mrd. Dollar in 355 Transaktionen investiert wurden. Die Global-Private-Finance-Plattform des Finanzinvestors umfasst damit mehr als 67 Mrd. Dollar.

 

DIE GRAFIK DER WOCHE

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DIE NEWS DER WOCHE

 +++ LDie Finanzierungsschwäche deutscher Jungfirmen beschäftigt Wirtschaft und Politik seit Jahren. Die Gründe sind vielfältig, doch eine Erkenntnis wiederholt sich stets: Institutionelle Investoren – zum Beispiel Versicherer – beteiligen sich zu wenig. Über das Warum ist man sich nicht immer einig. (zum Artikel) +++

 +++ Triton übernimmt den Windradgetriebehersteller Flender von Carlyle. Das Unternehmen aus Bocholt wird mit rund 3 Mrd. Euro bewertet. Die Transaktion erfolgt in einem schwierigen Marktumfeld für die Windbranche. (zum Artikel) +++

 +++ Partners Group begrenzt die Rücknahmen in einem der Private-Equity-Fonds mit vielen Privatanlegern als Investoren auf 5%. Die Aktie stürzt ab, auch Wettbewerber geraten europaweit und in den USA unter Druck. (zum Artikel) +++

 +++ Die Beteiligungsgesellschaft Advent und die Abu Dhabi Investment Authority haben beim Nasdaq-Börsengang des Gasmotorenherstellers Innio 2,43 Mrd. Dollar erlöst – bei einer Unternehmensbewertung von rund 20,7 Mrd. Dollar und einer Aktiennachfrage, die das Angebot um ein Vielfaches überstieg. Advent hatte Innio 2018 für 3,25 Mrd. Dollar von General Electric übernommen. Nach dem IPO halten beide Investoren über ein gemeinsames Vehikel weiterhin 90% der Anteile. (zum Artikel) +++

 +++ Der Londoner Finanzinvestor Permira wirbt einen der Top-Dealmaker bei der auf Software spezialisierten Private-Equity-Firma Thoma Bravo aus San Francisco ab. Mike Hoffmann werde mit Wirkung zum 1. Juni als Partner im Technologie-Team am Standort Menlo Park im Silicon Valley ernannt, teilte Permira am Montag mit. Die britische Beteiligungsgesellschaft, die seit mehr als 40 Jahren im Geschäft ist, verwaltet insgesamt mehr als 100 Mrd. Dollar. (zum Artikel) +++

 

DER KOPF DER WOCHE

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Gabriella Sahlman

Die Private-Credit-Managerin Gabriella Sahlman hat einen neuen Private-Credit-Anbieter gegründet: Fuels Capital ist ein im vergangenen Jahr gegründeter Finanzinvestor, der zu dem schwedischen Fintech-Inkubator 0to9 gehört. Sahlman ist in der europäischen Private-Credit-Szene keine Unbekannte. Zwischen 2004 und 2020 baute sie als Mitgründerin rund 16 Jahre lang den Kreditfonds Proventus auf. 

Zuletzt war sie für Ninety One aktiv – einen Vermögensverwalter, der früher unter Investec Asset Management firmierte. Als Co-Gründerin und Managing Partner von Fuels Capital soll Sahlman nun das Firmenkundengeschäft der Schweden ausbauen und internationalisieren.

 

Viele Kreditfonds am Markt würden sich auf das klassische Direct Lending fokussieren, also die Bereitstellung der Finanzierung von Private-Equity-Deals. „Diese Art von cashflow-basierter Kreditvergabe machen wir nicht“, sagt Sahlman. Fuels Capital suche vor allem nach unternehmergeführten Firmen, die sich nicht im Besitz von Private Equity befinden, sondern wo beispielsweise ein Unternehmer Geld benötigt, um seinen Mitgesellschafter rauszukaufen

 

(zum Artikel)

 

DER BEYOND BILLIONS PODCAST

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Mit Jan Philipp Schmitz

Jan Philipp Schmitz ist einer der ganz wenigen deutschen Manager, die es bei einem internationalen Private-Market-Schwergewicht ganz nach oben geschafft haben. Im Podcast spricht er über seine 20 Jahre beim französischen Private-Market-Spezialisten Ardian, wo er einst als Junior im Secondary-Team begann, anschließend einen Mitarbeiter-Buyout begleitete und heute als Mitglied der Geschäftsführung die Geschicke des 200 Mrd. Dollar schweren Vermögensverwalters mitgestaltet.  

Unsere Themen im Podcast: 

  • 20 Jahre, kein Wechsel: Wie geht das in diesem Geschäft?
  • Wie war das damals, als die Mitarbeiter Ardian übernommen haben?
  • Wie lang widersteht Ardian noch den Verlockungen eines Börsengangs?
  • Von 8 auf 200 Mrd. Dollar Assets under Management: Was geht da noch?

Über all das und noch mehr spricht Jan Philipp Schmitz in der aktuellen Episode von Beyond Billions – überall dort verfügbar, wo es Podcasts gibt. Folgen Sie dem Podcast jetzt bei Spotify und abonnieren Sie die „Glocke“, um künftig keine Folge mehr zu verpassen. 

 

Zum Podcast >>

 

TERMINE

In der kommenden Woche beginnt die „Superreturn International“, das weltweit größte Treffen der Private-Equity-Branche. Stars und Sternchen unter den globalen Finanzinvestoren reisen dafür am 8. Juni nach Berlin. Die Herren des Geldes und der Schulden versammeln sich auf der Konferenz im Intercontinental-Hotel zum Netzwerken. Die Gäste verfügen über 50 Bill. Dollar Assets under Management. Mehr als 6.000 General Partners und Limited Partners aus 70 Ländern zieht das Spektakel an. 

 

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