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Private Markets Newsletter

Guten Tag

 

mit seinem geplanten Heizungsgesetz und den Wärmepumpen hat Grünen-Politiker Robert Habeck den Groll vieler Deutscher auf sich gezogen. Wer da sicher nicht dazugehört, sind die Viessmanns. Schließlich wurde die Unternehmerfamilie durch den Verkauf ihres Kerngeschäfts mit Heizungen und Wärmepumpen an den US-Konzern Carrier für rund 12 Mrd. Euro so reich, dass sie mit der Familienholding Viessmann Generations Group heute ein relevanter Spieler in den Private Markets ist und zusammen mit Branchengrößen wie KKR investiert.

 

Bei Urban Partners trifft man sich nun wieder. Viessmann ist bei dem dänischen Immobilieninvestor Minderheitseigentümer. Habeck startet dort kommenden Monat als Berater, um dem Investor in Deutschland Türen zu öffnen und Deals zu beschaffen. Wir halten fest: Politisch wurde die alte Ampelführung vom Hof gejagt. In der Finanzindustrie wird sie mit offenen Armen empfangen. Habeck als Immobilienmanager, Ex-Finanzminister Christian Lindner versucht sein Glück als Autoverkäufer – wohl als CEO der Autoland AG – und Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz? Was Scholz in der Finanzindustrie macht, daran können wir uns leider nicht erinnern.

 

Unsere Themen  heute: 

  • Leveraged Finance „on Fire” (Story der Woche)

  • Die größten Leveraged-Finance-Emissionen (Grafik der Woche)

  • Robert Habeck berät Immobilieninvestor (Kopf der Woche)

  • Neues von Apollo, Partners Group und Mubadala Capital (Weitere News)

Wir wünschen viel Gewinn beim Lesen!

Ihr Philipp Habdank

 

DIE STORY DER WOCHE

Leveraged Finance „on fire“ 

Der europäische Markt für Leveraged Finance ist nach Einschätzung der Investmentbanker von J.P. Morgan zurzeit „on fire“. Finanzinvestoren und ihre Portfoliounternehmen nutzen die günstigen Konditionen für Rekordemissionen von Term Loan B und Hochzinsanleihen. Das Volumen der in Europa neu aufgenommenen Finanzierungen von Schuldnern geringer Bonität ist 2026 bis dato mit 225 Mrd. Euro auf den höchsten Stand aller Zeiten geklettert. Das geht aus Daten hervor, die J.P. Morgan für die Börsen-Zeitung zusammengestellt hat.

 

Treiber des Marktes sind vor allem die hoch verschuldeten Unternehmen in Private-Equity-Besitz, die beim „Repricing“ alte Schulden zu günstigeren Konditionen refinanzieren, sowie Finanzinvestoren, die neue M&A-Deals finanzieren. So etwa beim Kauf der BASF-Lacksparte Coatings durch Carlyle oder dem Generikakonzern Stada, den Bain und Cinven an die britische Capvest verkauft haben.

 

„Der Markt ist auf dem besten Weg, den Rekord des Vorjahres zu brechen“, sagt Ales Mydlar, Managing Director für Leveraged Finance in Deutschland und Osteuropa bei J.P. Morgan. Zugenommen haben vor allem die Term Loan B – standardisierte, endfällige Darlehen institutioneller Investoren. Deren Volumen ist auf 162,6 Mrd. Euro gestiegen und steht damit für 70% des Marktes. Im Juni wurden in Europa so viele Term Loan B begeben wie noch nie zuvor.

 

(zum Artikel) 

 

DIE GRAFIK DER WOCHE

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DIE NEWS DER WOCHE

 +++ Das Münchner Kernfusions-Startup Proxima Fusion hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und kommt nun auf ein Gesamtfunding von über 740 Mill. Dollar. Damit stellt das Unternehmen seine europäischen Rivalen weit in den Schatten. An der neuen Runde haben sich auch Google und RWE beteiligt. (zum Artikel) +++

 +++ Die Partners Group war eine Börsenüberfliegerin der Extraklasse. Nun stockt der Wachstumsmotor des erst 30-jährigen Schweizer Erfolgsunternehmens. Die Idee, Privatinvestoren die Welt der Privatmarktanlagen über Evergreen-Fonds zu öffnen, ist zum Bumerang geworden. (zum Artikel) +++

 +++ Jeff Bezos hat mit seinem Weltraumunternehmen Blue Origin zuletzt heftige Rückschläge verkraften müssen – nun beschafft sich die privat gehaltene Firma erstmals externes Kapital. Nach Berichten der „New York Times“ steht der Raketenentwickler vor Abschluss einer Finanzierungsrunde, bei der sie 10 Mrd. Dollar zu einer Pre-Money-Bewertung von 130 Mrd. Dollar einsammelt. Die Investmentfirma Coatue Management sei dabei mit einem Beitrag von 4 Mrd. Dollar führend (zum Artikel) +++

 +++ Der Finanzinvestor Apollo steigt beim Online-Autoteilehändler Autodoc wieder aus. Das Unternehmen aus Berlin, das im Sommer 2025 seinen Börsengang wegen des Angriffs der USA auf den Iran in letzter Minute absagte, kauft den Minderheitsanteil von Apollo. Autodoc nimmt dazu Fremdkapital von 530 Mill. Euro auf. (zum Artikel) +++

 +++ Die britische Billigfluggesellschaft Easyjet hat überraschend ein Übernahmeangebot des Finanzinvestors Apollo Global angenommen. Easyjet habe der Offerte von Apollo Global über 7,15 Pfund je Aktie grundsätzlich zugestimmt, teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit. Apollo sticht damit den US-Investor Castlelake aus, der 6,90 Pfund je Aktie für Easyjet geboten hatte. (zum Artikel) +++

 +++ Abu Dhabis Staatsfonds Mubadala Investment öffnet sein Private-Credit-Geschäft erstmals für externe Investoren, wie Bloomberg berichtet. Dazu werde ein 25 Mrd. Dollar schweres Portfolio auf den hauseigenen Alternatives-Manager Mubadala Capital übertragen, flankiert von einer zusätzlichen Zusage Mubadalas über 4,65 Mrd. Dollar. +++

 

DER KOPF DER WOCHE

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Robert Habeck

Robert Habeck war in der letzten Bundesregierung Wirtschaftsminister und Vizekanzler. Künftig mischt der Grünen-Politiker in den Private Markets mit. Gut eineinhalb Jahre nach dem Bruch der Ampel-Koalition heuert er zum 1. August bei Urban Partners an – einer dänischen Investmentgesellschaft, die vor allem im Immobiliensektor aktiv ist. Ihren Hauptsitz hat sie in Kopenhagen, beschäftigt aber auch 36 Mitarbeiter in Frankfurt, München und Berlin.

Urban Partners, mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 25 Mrd. Euro**,** will mit Habeck nach eigenen Angaben auch ihre Geschäfte in Deutschland vorantreiben. Zu den jüngsten Investitionen zählen demnach Logistikimmobilien in Ballungsräumen sowie Mehrfamilien-Mietwohnungen in Berlin, München und Hamburg. Habeck soll den Investor unter anderem zu der Frage beraten, wie privates Kapital als Hebel eingesetzt werden kann, um den städtischen Wohnungsbau zu beschleunigen. (zum Artikel)

 

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