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Guten Tag

 

erst die Heiztechnik von Viessmann, jetzt die Kühltechnik von Kelvion und EBM-Papst. Große US-Konzerne sind ganz heiß auf deutsche Technologie zur Temperaturregulierung – und auch Private Equity verdient daran ordentlich mit. Sowohl Trition als auch Apollo haben bei Verkauf von Kelvion an den texanischen SLB-Konzern einen guten Schnitt gemacht. Apollo hielt die Mehrheit, Triton eine Minderheit.

 

Tritons Happy End bei Kelvion ging ein echtes Drama voraus. Vor rund zwölf Jahren übernahm Triton von Gea den Spezialisten für Wärmetauschanlagen Kelvion sowie den Hersteller von Kühlungs- und Wassersystemen Enexio und hängte beide Firmen unter die Galapagos Holding. Doch das operative Geschäft entwickelte sich schlecht, das Ebitda ging zurück, weshalb der Leverage explodierte und eine Finanzierungskrise drohte. 

 

Es folgte eine umfassende Restrukturierung, vor allem bei Enexio. Triton schoss sogar frisches Eigenkapital nach. Enexio wurde über die Jahre dann schrittweise verkauft. Enexio Service ging an die von Deutsche Private Equity (DPE) unterstützte Deubis Group, Enexio Water Technologies wurde an den US-Konzern Brentwood Industries verkauft. Auch Kelvion musste Kosten sparen, verfolgte aber auch neue Wachstumsprojekte, unter anderem mit Kunden aus der Öl- und Gasindustrie. Kelvions neuer Eigentümer SLB ist der weltweit größte Ölfeld-Dienstleister. Dass Triton bei Kelvion einen kühlen Kopf bewahrte, hat sich also ausgezahlt. 

 

Unsere Themen heute: 

  • Heiße Nachfrage nach deutscher Kühltechnik (Story der Woche)

     

  • KKR holt Paula Weisshuber von Bank of America (Kopf der Woche)

  • 5,3 Bill. Dollar sind Blackrock nicht genug (Podcast)

  • Neues von Helaba, Partners Group und General Atlantic (Weitere News)

Wir wünschen viel Gewinn beim Lesen!

Ihr Philipp Habdank

 

DIE STORY DER WOCHE

Heiße Nachfrage nach deutscher Kühltechnik

Der Boom der Datenzentren-Kühlungsfirmen heizt sich zusehends auf. Nach weniger als einem Jahr wechselt das deutsche Unternehmen Kelvion in einem Milliardendeal zur doppelten Bewertung erneut den Eigentümer. Der US-Finanzinvestor Apollo, der Kelvion erst im Januar wirksam erworben hatte, verkauft das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen aus Herne schon wieder für 4,1 Mrd. Dollar an den weltweit größten Ölfeld-Dienstleister SLB (ehemals Schlumberger) aus Houston in Texas, wie die Unternehmen am Montag bekannt gaben. Die Transaktion umfasse eine Barzahlung von 3,4 Mrd. Dollar sowie die Übernahme von 700 Mill. Dollar Schulden.

 

Es ist der jüngste Milliardendeal in der Branche deutscher Datenzentrenkühler. Erst im August wurde der baden-württembergische Ventilatorenspezialist EBM-Papst von den drei Eigentümerfamilien für 4,8 Mrd. Euro in bar an den US-Rivalen Madison Air verkauft. Die Fläkt Group, die wie Kelvion aus Herne stammt, gab der Finanzinvestor Triton im November 2025 für 1,8 Mrd. Euro an Südkoreas Elektronikriesen Samsung ab.

 

Triton verkaufte zu 2 Mrd. Euro Bewertung

 

Apollo hatte Kelvion laut Finanzkreisen beim Kauf mit 2 Mrd. Euro inklusive 500 Mill. Euro Schulden bewertet. Das war das Achtfache des operativen Gewinns (Ebitda) des Wärmetauscherherstellers, der 2024 bei 230 Mill. Euro lag. Der Verkäufer Triton hatte damit das Doppelte des eingesetzten Eigenkapitals herausgeholt. Triton hatte das Unternehmen, das mit 5.000 Beschäftigten 1,6 Mrd. Euro Umsatz macht, 2014 für 1,3 Mrd. Euro inklusive 600 Mill. Euro Schulden vom Maschinenbauer Gea in Bochum erworben und bei einer Bond-Restrukturierung 2019 noch 140 Mill. Euro eingeschossen, um Eigentümer zu bleiben. Jetzt wird die Minderheit, die Triton noch an Kelvion hält, ebenfalls von SLB übernommen.

 

(zum Artikel) 

 

DIE NEWS DER WOCHE

 +++ Die Helaba hat laut Bloomberg Infrastrukturkredite in dreistelliger Millionenhöhe in einen Fonds verpackt und bei einem externen Investor platziert, behält dabei aber immer einen Teil der Kredite auf der eigenen Bilanz. Das Portfolio umfasse knapp zehn Kredite, beispielsweise für Züge. Um wen es sich bei dem Investor handelt, ist nicht bekannt. +++

 +++ General Atlantic legt einen Fonds für hochvermögende Privatpersonen auf. Laut Bloomberg peilt der Fonds ein jährliches Investmentvolumen von rund 1,5 Mrd. Dollar an. Der 129 Mrd. Dollar schwere Finanzinvestor soll zudem seine schon länger existierende Pläne für einen Börsengang aus der Schublade geholt haben. +++

 

 +++ Der Finanzinvestor CVC hat laut Bloomberg 10 Mrd. Dollar für seinen bis dato größten Secondary-Fonds eingesammelt. Der Zweitmarkt für den Handel mit Privatmarktfonds-Anteilen boomt, da viele Private-Equity-Fonds weiterhin Probleme haben, ihren Investoren Rückflüsse aus Portfolioverkäufen zu verschaffen. +++

 +++ Nach dem kartellrechtlich gescheiterten Verkauf von Techem kommt dem milliardenschweren Heizkostenerfassungskonzern das Führungsduo abhanden. Der Aufsichtsrat der Techem GmbH, die dem Schweizer Finanzinvestor Partners Group gehört, habe sich mit CEO Matthias Hartmann, dem 60 Jahre alten Vorsitzenden der Geschäftsführung, sowie Dr.-Ing. Carsten Sürig, Chief Financial Officer, ebenfalls 60 Jahre alt, einvernehmlich auf einen Wechsel an der Führungsspitze verständigt, teilte das Unternehmen aus Eschborn bei Frankfurt mit. Damit beschleunige man die personelle Neuaufstellung. (zum Artikel) +++

 +++ Das Heilbronner Raumfahrt-Startup Hyimpulse erhält von Investoren frisches Geld. Der Konkurrent des Münchner Raketen-Entwicklers Isar Aerospace und der OHB-Tochter Rocket Factory Augsburg hat eine Series-A-Finanzierung aus dem vergangenen Jahr von 15 auf 50 Mill. Euro aufgestockt. Das Geld kam hauptsächlich vom Berliner Startup-Investor Join Capital und vom israelischen Raumfahrt-Investor Ace Capital. North Ventures aus Dänemark, die VC-Gesellschaften von Baden-Württemberg und Bayern (BW-Capital und Bayern Kapital), die NRW.Bank und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt haben sich ebenfalls beteiligt. (zum Artikel) +++

 

DER KOPF DER WOCHE

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Paula Weisshuber verlässt Bank of America für KKR

KKR baut das Private-Credit-Geschäft in Deutschland aus. Dazu holt der US-Finanzinvestor die erfahrene Kapitalmarktexpertin Paula Weisshuber als Managing Director im Bereich Credit & Markets an Bord, wie die Börsen-Zeitung vorab erfuhr. Sie wird von Frankfurt aus „die lokale Präsenz von KKR über verschiedene Anlageklassen hinweg“ im deutschsprachigen Raum ausbauen, wie es in einer Mitteilung heißt.

Zuvor arbeitete Weisshuber fast zwei Jahrzehnte lang für die Bank of America. Bis zuletzt war sie als Head of EMEA Corporate Debt Capital Markets für die Beratung europäischer Unternehmen bei Finanzierungs- und Kapitalmarkttransaktionen verantwortlich. Für KKR-Deutschlandchef Christian Ollig ist Weisshubers Ernennung ein wichtiger Schritt beim Ausbau der Plattform im deutschsprachigen Raum. „Wir sehen erhebliche Chancen für unser Kreditgeschäft in der DACH-Region, da Unternehmen, Regierungen und Institutionen zunehmend auf private Kapitalgeber setzen, um flexible Finanzierungslösungen für Wachstum, Investitionen und strategische Vorhaben zu erhalten“, so Ollig.

(zum Artikel)

 

DER BEYOND BILLIONS PODCAST

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Warum Blackrock nach dem ETF- auch den ELTF-Markt erobern will

Nach dem ETF-Markt will Blackrock nun auch den ELTIF-Markt erobern. Der weltgrößte Vermögensverwalter mit 15,3 Bill. Dollar unter Verwaltung hat vor gut einem Jahr zwei Evergreen-ELTIFs aufgelegt, einen Private-Equity- und einen Multi-Asset-Fonds, und damit zusammen 850 Mill. Euro eingesammelt. 

Im Podcast erklärt Blackrock-Vertriebler Benjamin Fischer, warum er an den Erfolg des ELTIFs glaubt, Privatmarktanlagen ein Teil der Altersvorsorge sein sollte und welche Chancen er sich durch die Einführung des neuen Altersvorsorgedepots ausrechnet. Bricht Blackrock dafür bald mit der Mindestanlagesumme von 10.000 Euro?

 

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