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Guten Tag

 

was beschäftigt die Private-Markets-Community derzeit? Zwei Warnungen in zwei Tagen. Am Dienstag mahnte der IWF in seinem Finanzstabilitätsbericht, steigender Hebel der Kreditnehmer und wachsender Liquiditätsdruck könnten die Kreditvergabe im Private Credit einschränken. Am Mittwoch legte Moody’s nach: Die Ausfallrate von 607 US-Private-Credit-Schuldnern lag in den zwölf Monaten bis Juni bei 4%. Rechnet man PIK-Umstellungen und Laufzeitverlängerungen bei angeschlagenen Kreditnehmern ein, sind es 5,8%. Der zweite Boden liegt in der Differenz. Was in vielen Statistiken noch nicht als Ausfall zählt, wertet die Ratingagentur bereits als solchen.

Für LPs verschiebt sich damit die Frage: Nicht mehr nur, wie viel Private Credit ins Portfolio gehört, sondern wie belastbar die Zahlen dahinter sind. Und für Europa: Bringt die US-Schwäche den Kapitalshift – oder schwappt sie herüber? Genau das verhandelt Tag 3 der Private Markets Week am 10. Dezember in Kronberg. Rantum-Gründer Dirk Notheis fragt in seiner Keynote: Durchbruch oder Dammbruch? Eine Debatte trägt die Kernfrage im Titel: noch opportunistic oder schon distressed? Und zum Schluss wird im LP-Panel unter anderem Jens Schneider von HanseMerkur Trust diskutieren, ob eine Nachadjustierung der Private-Credit-Engagements nötig ist und falls ja, wie. Der Tag endet dort, wo Kapital tatsächlich entscheidet.

 

Wenn Ihr Euch für den Private-Credit-Tag oder auch das weitere Programm interessiert, findet Ihr hier alle weiteren Informationen. Die Plätze sind limitiert, aber noch nicht ausgebucht.

 


Unsere Themen heute:

  •  LSEG verhandelt über Octus: 3,5 Mrd. Dollar für Private-Credit-Daten (Die Story der Woche)

  • Douglas holt nach elf CVC-Jahren einen Kaufhaus-Sanierer (Der Kopf der Woche)

  • Beim Blackstone-Quartalsbericht dürfte sich alles um den Umfang der Rücknahmeanträge bei BCRED drehen (Termine)

 

Ich wünsche einen spannenden Wochenendspurt und im Anschluss ein erholsames Wochenende.

 

Ihr Sebastian Schmid

 

DIE STORY DER WOCHE

LSEG will für 3,5 Mrd. Dollar Private-Credit-Daten kaufen

Die London Stock Exchange Group verhandelt mit Permira über den Kauf des Private-Credit-Datenspezialisten Octus, vormals Reorg, für 3,5 Mrd. Dollar. Eine Einigung steht noch aus, eine Transaktion ist nicht sicher. Es wäre der größte Deal der Gruppe seit dem Verkauf der Borsa Italiana. Permira hatte vor vier Jahren 1,3 Mrd. Dollar für die Kontrolle gezahlt. Deutsche-Bank-Analyst Benjamin Goy erwartet ein „sehr hohes“ Ebitda-Multiple. Er rechnet mit einer Finanzierung aus Cash und Schulden, ohne dass LSEG den laufenden Aktienrückkauf über 3 Mrd. Pfund stoppen muss.

Nach Blackrocks Kauf von Preqin für 3,2 Mrd. Dollar wäre es der zweite Milliardendeal um einen Private-Markets-Datenanbieter, beide Male mit einem Strategen als Käufer. Für GPs mit Daten- und Softwareassets im Portfolio ist das eine Preismarke. Octus verweist auf ein Abo-Modell mit wenigen Kündigungen und zweistelligem Umsatzwachstum. Für solche wiederkehrenden Erlöse sind Strategen bereit, hohe Multiples zu zahlen. Für Private-Credit-Manager und ihre LPs zählt die Richtung mehr als der Preis. LSEG nennt Octus komplementär zu ihren Fixed-Income- und Private-Markets-Daten. Private Credit rückt damit ins selbe Terminal wie Anleihen, und der Vergleich mit dem Public-Markt-Maßstab dürfte schärfer werden.

Unter CEO David Schwimmer trägt das Datengeschäft längst mehr zum Umsatz bei als Aktienhandel und IPOs. Zugleich betreibt die Gruppe eine Plattform für private Beteiligungen. Über sie haben Moneybox und Wayve ihren Mitarbeitern den Verkauf von Anteilen ermöglicht. Für viele Unternehmen ist private Finanzierung attraktiver als Anleihe oder IPO. Gewinnen wird, wer Public und Private Markets aus einer Hand abdeckt, argumentiert unser Londoner Korrespondent Andreas Hippin in seinem Kommentar.

 

Die Börse wettet nicht mehr gegen die Abwanderung ins Private, sie verdient an ihr.

 

(zum Artikel) 

 

DER KOPF DER WOCHE

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Douglas holt nach elf CVC-Jahren einen Sanierer

Douglas tauscht zum 1. November den Chef: Jean-Marc Bellaiche (56) folgt auf Sander van der Laan, dessen Vertrag bis März 2028 lief. Van der Laans Auftrag war der Börsengang. Der gelang im März 2024 zu 26 Euro, am unteren Ende der Spanne. Nach zwei Prognosesenkungen in diesem Jahr fiel die Aktie im Mai auf 8,79 Euro. CVC, seit 2015 investiert, hielt nach dem IPO noch 54,4 % und sitzt weiter auf der Mehrheit.

Bellaiche bringt zwei Jahrzehnte BCG mit, wo er die Praxis für Luxus, Beauty und Warenhäuser global führte, und fünf Jahre an der Spitze von Printemps. Dort strich er 2021 Stellen und schloss drei Standorte. Buyout-Häuser waren seine Eigentümer weder dort noch zuletzt bei Sani/Ikos: Printemps gehört einer Holding aus dem katarischen Herrscherhaus, Sani/Ikos mehrheitlich dem Staatsfonds GIC. Den Resortbetreiber führte er erst seit Januar. Der neue Chef dürfte vor allem daran gemessen werden, ob er Douglas für den Kapitalmarkt wieder verkäuflich macht. Die Equity Story dafür muss er erst noch schreiben. 

 

(zum Artikel)

 

DIE NEWS DER WOCHE

 +++ Goldman Sachs, UBS und andere Institute vergeben Spezialfinanzierungen an Private-Credit-Manager in Australien nur noch selektiv. Neues Geld fließt vor allem an die größten Adressen, kleinere und immobilienlastige Häuser werden gemieden; bestehende Zusagen laufen weitgehend weiter. Das droht einem ohnehin angespannten Markt Liquidität zu entziehen. Wo die Bankschicht unter den Fonds dünner wird, trifft es die kleineren Manager zuerst, berichtet Bloomberg. +++

 +++ In den USA bieten Manager mit mehr als 1 Mrd. Dollar AuM zunehmend um kleine Gründerunternehmen. Für einen Finanzdienstleister mit 4 Mill. Dollar Ebitda traten 26 Bieter an, berichtet Pitchbook. Der Grund ist die Bewertungslücke: Deals zwischen 25 und 100 Mio. Dollar kosteten im Median 8,5x Ebitda, solche zwischen 500 Mio. und 1 Mrd. Dollar 13,2x. Für spezialisierte Lower-Mid-Market-Fonds schwindet damit genau der Vorteil, mit dem das Segment warb: wenig Konkurrenz und günstige Einstiegspreise. +++

 +++  Ergo verkauft seinen Strukturvertrieb Ergo Pro, die frühere Hamburg-Mannheimer-Inter-Organisation, an die Oakley-nahe Artemis-Gruppe, hält den Kanal aber über eine exklusive Produktpartnerschaft in der Lebensversicherung an sich gebunden. (zum Artikel) +++

 

 

TERMINE

Blackstone hält seinen Investor Call zum dritten Quartal am 22. Oktober. Wichtiger als Gewinn und Zuflüsse ist diesmal die Private-Wealth-Flanke, vor allem der Kreditfonds BCRED. Im dritten Quartal gingen dort Rücknahmeanträge über geschätzt 4,3 Mrd. Dollar ein, rund 10 % der ausstehenden Anteile. Bedient werden nur 5 %. Nach Abzug der Zuflüsse von etwa 2% des NAV blieb ein Nettoabfluss von rund 3%, wie schon in den beiden Vorquartalen. Es ist das dritte Quartal in Folge mit erhöhten Rücknahmewünschen. Pikant ist der Abgleich mit dem Juli. Damals hatte Präsident Jon Gray den Analysten gesagt, die Rücknahmen bei BCRED seien zu Beginn des dritten Quartals deutlich gesunken. Am Ende lag die Quote erneut bei rund 10%. Allerdings hatte sich aus dem zweiten Quartal ein Rückstau von 2,3 Mrd. Dollar gebildet, von dem ein erheblicher Teil im dritten Quartal erneut eingereicht wurde. Wie viel davon echte neue Abzugsnachfrage ist, wird eine der Kernfragen des Calls.

 

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